Bedauerlicher Einzelfall oder strukturelles Problem

geschrieben von Henry Jobst 
kein_avatar Geschrieben am 16.07.2015 16:56:12
Betreff: Bedauerlicher Einzelfall oder strukturelles Problem
Wie vielleicht der eine oder andere mitbekommen hat, gab es bei der BBM Mittel einen "Verletzten", dem aus meiner Sicht sehr spät geholfen werden konnte. Ist dies ein bedauerlicher Einzelfall, der den besonderen Wetterbedingungen dieses Tages geschuldet war, oder haben wir beim OL damit noch ein grundsätzliches Problem, welches vielleicht durch ein paar zusätzliche Maßnahmen verringert werden könnte? Gab es bereits ähnliche Vorfälle und wie waren die Konsequenzen? Mich würden dazu andere Meinungen und Ideen interessieren.

Die Möglichkeit einer Verletzung ist beim OL durchaus recht hoch, wie bei vielen anderen Sportarten auch. Das besondere bei OL ist aber, dass man meist allein unterwegs ist. Je nach Routenwahl kann es im ungünstigen Fall vorkommen, dass kein weiterer Läufer die Unfallstelle kreuzt und den Verunfallten bemerkt.
Könnte man eine Art Warnsystem etablieren, welches solche Fälle bemerkt? Ist das ein Risiko welches in Kauf genommen werden muss?

kein_avatar Geschrieben am 02.09.2015 22:28:23
Betreff: Re: Bedauerlicher Einzelfall oder strukturelles Problem
Meiner Einschätzung nach ist es ein Einzelfall der dem Wetter geschuldet war. Wobei Einzelfall sicherlich interpretierbar ist. Ich kann mich noch an die WM in Ungarn? erinnern, wo potentielle Weltmeister ihren Kollegen aus dem Wald getragen haben. Das war aber, wenn ich mich recht erinnere nicht lebensbedrohlich. Ich weiß noch von einem Fall wo mal jemand im Wald gefunden wurde. Die Umstände sind mir da aber nicht bekannt.
In den beschriebenen Fällen waren aber immer recht "schnell" Leute in der Umgebung. Es ist ja eher selten, dass jemand alleine im Wald ist.
In den USA scheint es vorzukommen, dass bei Wettkämpfen Pfeifen getragen werden müssen. Das wäre vielleicht was für Wettkämpfe unter besonders "riskanten" Bedingungen.

Zukünftig muss man wohl insbesondere über zu warmes Wetter nachdenken. Sollte vielleicht bei extremer Hitze so ein Lauf ohne Wertung durchgeführt werden um dadurch den Druck raus zu nehmen? Welche Termperatur sollte als Schwelle genutzt werden. Welche Streckenlänge?

kein_avatar Geschrieben am 19.10.2015 15:35:36
Betreff: Re: Bedauerlicher Einzelfall oder strukturelles Problem
Es gab auch schon Wettkämpfe die bei Sturm und trotz mehrfacher Warnung im Radio "Waldgebiete zu meiden" durchgeführt wurden. Ich denke ein erhöhtes Risiko besteht nicht nur bei Hitze.
Ich fände es sehr sinnvoll darüber zu reden, ob/wie Verletzten schneller geholfen werden kann und ob es Regelungen zur Durchführung von Wettkämpfen bei extremen Wetterbedingungen gibt/geben sollte.

kein_avatar Geschrieben am 21.10.2015 17:54:45
Betreff: Re: Bedauerlicher Einzelfall oder strukturelles Problem
International - wo die Gelände oft auch echt gefährlich sind - bestehen die Veranstalter mitunter auf dem Mitführen einer Signalpfeife.
Natürlich ist es jedem freigestellt und anzuraten, auch hierzulande so ein kleines Ding in der Tasche zuhaben.
Die WKB lassen auch die Mitnahme eines einfachen Handys zu; allerdings ist der Empfang im Gelände nicht garantiert.
Immerhin konnten wir schon mal verhindern, dass die Erste Hilfe einen verletzten Sportfreund ohne unser Wissen kurzerhand ins Krankenhaus fährt, weil der nämlich sein Handy mit hatte.
Die WKB verlangen übrigens, den eigenen Wettkampf sofort abzubrechen, wenn einem Verletzten geholfen werden muss.

In dem Potsdammer Fall allerdings, wurde der Veranstalter etwas spät über den fehlenden Läufer informiert - und dann aber ziemlich schnell gefunden.
Da er bewusstlos war, hätte ihm weder Pfeife noch Handy geholfen.

Solche dramatischen Vorfälle im OL sind meiner Kenntnis nach eher selten und somit in die Kategorie "allgemeines Lebensrisiko" einzuordnen.
Einen Systemfehler kann ich nicht erkennen.

Micha Frenzel

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